Ein Wochenende in Palolem!
26 03 2012Meine Lieben!
Es ist schon wieder eine Woche vergangen und ich habe es nicht früher geschafft mich bei euch zu melden! (Das liegt aber auch daran, dass ich nicht immer ins Internetcafe komme…) Die letzte Woche war eigentlich recht ruhig. Die Arbeit mit den Kindern läuft ganz gut und sie machen (wenn auch langsam) Fortschritte in Englisch. Wir konnten mit unseren neuen Themen (Gefühle und Gegenteile) anfangen und der Unterricht lief nach Plan. Am Freitag fiel der Unterricht aus, weil die meisten Kinder zu einem Familienfest mussten. Dafür durften ein paar andere Kinder zu uns ins Camp kommen und mit uns spielen. Es hat so Spaß gemacht ihnen zuzugucken. Sie haben sich extra (für diesen tollen Anlass) schick angezogen und haben es so genossen, mal mit einem Ball zu spielen oder mit einem Springseil. Sie waren so glücklich, dass wir auch alle glücklich waren.
Die Feierabende habe ich dann am Strand, im Workshop oder in Colva verbracht. Im Workshop haben wir das Sariwickeln gelernt:
Und in Colva konnte ich endlich meinen ersten Kaffee + Schokoladenkuchen in Indien genießen! Das war soooo lecker!! Nach 3 Wochen indisches Essen und Kaffeeentzug konnte ich das sehr genießen!
Am Freitag war dann wieder unser Camp-Lagerfeuer. Die Organisatoren hatten eine Leinwand aufgebaut und so bekamen wir zum Abendessen und Lagerfeuer auch noch ein Open Air Kino. Es lief ein typischer Bollywoodfilm….ich habe mir nur die ersten 10 Minuten angesehen, da es nicht ganz mein Fall war. Aber der Abend war wieder sehr nett!
Inga, Anna, Aliki und ich wollten über das Wochenende wegfahren. Wir wollten noch mehr von Indien sehen und vor allem einmal ein richtiger „Tourist“ sein. Im Camp ist man ja doch mehr „Arbeiter“ und weniger „Reisender“. Also haben wir den „Lonely Planet“ (Reiseführer) studiert und beschlossen nach Patnem oder Palolem zu fahren. Beide Orte sind berühmte Touristenorte in Goa. Mit super schönen Sandstränden und ganz vielen Bars, lockte uns Palolem an. Wir hatten nichts geplant (kein Hotel gebucht oder nach Zugfahrzeiten geguckt) und wollten einfach nur losfahren…immer der Nase nach. Am Samstag haben wir also gleich nach dem Frühstück unsere Rucksäcke gepackt und fuhren zum Bahnhof. Dort standen mindestens 15 Busse und wir mussten den richtigen Bus nach Palolem erst finden. Ganz in Gedanken hatte ich immer wieder laut „Palolem“ gesagt….ein Inder hatte das gehört und den Bus (der gerade schon abgefahren war) noch mal zurückgepfiffen. Also sind wir in letzter Sekunde in den Bus gestiegen und haben uns riesig gefreut, dass wir nicht noch eine Stunde auf den Nächsten warten mussten. Die zweistündige Fahrt nach Palolem hat 30 Rupien gekostet…das sind gerade mal 50 Cent! In Deutschland wäre das nie möglich. Der Bus war soooo voll und ich habe noch nie in meinem Leben so sehr geschwitzt! Es gibt in Indien immer einen Busfahrer und einen zweiten Mann, der die Leute von der Tür aus in den Bus drückt! Er steht die ganze Zeit an der Tür und schreit „Palolem, Palolem, Paloleeeem…“ und wenn er Leute sieht, die noch mitkommen möchten, dann stopft er sie (in den schon vollen Bus) einfach dazu. Natürlich hatte der Bus keine Klimaanlage! Ich war überhaupt froh, dass er gefahren ist, denn er sah ein bisschen so aus, als würde er bald auseinander fallen. Die Sitze und die Fenster waren mit Klebeband geklebt und alles war mal wieder etwas dreckiger! Da habe ich wieder gemerkt, wie abgehärtet ich von Indien bin: Noch vor zwei Wochen hätte ich mich geekelt, mich an das Polster anzulehnen oder an die vielen verschwitzten Inder im Bus gequetscht zu werden. Mir hatte das aber gar nichts mehr ausgemacht… ehr im Gegenteil…der Busfahrer hatte indische Musik aufgelegt und wir hatten sehr viel Spaß auf der Fahrt. (Ich hatte zum Glück auch einen Sitzplatz!)
In Palolem stiegen wir aus und liefen gleich Richtung Strand. Auf dem Weg dorthin wurden wir von einem Inder abgefangen „Do you need a room?, I have rooms…!!“. Da wir noch kein Hotel hatten, sagten wir gleich „Yes, we need a room…“ und schon war alles geklärt. Er zeigte uns seine Strandhütten und wir konnten uns zunächst ein Bild vom Zustand der Hütten machen und gleich verhandeln. Die Hütte war für eine Nacht ok…aber eben kein 5 Sterne Resort! Wir bekamen sie für 600 Rupien und somit musste jeder von uns nur 150 Rupien (ca. 2,20 Euro) für die Nacht zahlen. Wir haben uns so gefreut!! Das Zimmer war gerade mal groß genug für 3 Betten und einen kleinen Tisch. Aber mehr wie „schlafen“ wollten wir dort ja auch nicht! Das Bad war typisch indisch…. Wir konnten für den Preis aber absolut nicht meckern…es war halbwegs sauber und vor allem sicher!
Wir schlossen unsere Wertsachen ein und gingen gleich mal zum Strand! Dort verbrachten wir den ganzen Nachmittag! Es war so schön von ganz vielen Touristen umgeben zu sein! Alle waren sie in Bikini und Badehosen und kein Inder gaffte uns an. Es war so normal. So wie wir Deutsche es kennen. Wir konnten das Wochenende so genießen und einfach mal unter „Gleichgesinnten“ sein. Wir haben Engländer, Amerikaner, Schweizer usw. getroffen…eben ganz viele andere Touristen.
Am Abend waren wir dann direkt am Strand essen…in einer Reihe, mit Blick aufs Meer…die Sonne ging unter und wir konnten bei Kerzenschein und Wellengeräuschen unser super leckeres Essen genießen! Das Fischcurry aus Goa ist berühmt, also musste ich es natürlich probieren! Den Abend ließen wir mit Cocktails am Strand und einen langen Spaziergang ausklingen.
Die Nacht war nicht ganz so erholsam, denn wir schliefen zu viert in dem Bett und die Holzhütten waren gar nicht gedämmt! Man hat also alles gehört…die Vögel, die Wellen, die bellenden Hunde und die Schweine….ja Schweine!! Am Morgen konnten wir dafür aber zur Tür raus und waren direkt wieder am Strand. Dort frühstückten wir erst mal ein leckeres „Touristenfrühstück“. Ich hatte endlich wieder mal ein Müsli und Obst! Das war das beste Frühstück meines Lebens!!!
Danach waren wir noch Einkaufen und Bummeln, bevor wir mit dem Bus zurück gefahren sind. Wie am Vortag hatten wir ganz viel Glück und mussten nicht auf den Bus warten. Zwei Stunden später waren wir wieder in Margao und haben uns zu viert in eine Riksha gequetscht. Normalerweise sind diese nur für 2-3 Personen ausgelegt, aber wir wollten ja sparen und haben es so richtig indisch gemacht… es war sehr kuschlig und heiß!
Zurück im Camp mussten wir alle erst mal Wäsche waschen und Duschen und uns ein bisschen erholen. Aber es war ein super schönes Wochenende und wir hatten so viel Spaß!
Nur noch eine Woche in Indien….nur noch eine Woche in meinem Projekt arbeiten und nur noch eine Woche mit meinen neu gewonnenen Freunden….dann geht es schon weiter nach Thailand! Wahnsinn wie schnell die Zeit vergeht!
Ich melde mich bald wieder!
Namaste Christiane




















Hallo Christiane,
ich finde deine bisherigen Berichte echt super. Ich hab ja schon vor deiner Abfahrt gesagt, daß ich neidisch auf dich bin. Aber mit jedem weiteren Bericht wird es noch ein wenig mehr! 🙂 Ich hoffe, daß deine weitere Reise ebenso gut verläuft und freue mich schon sehr auf die nächsten Berichte.
Viele Grüße
Kai
Ohman,
du kannst dir gar nicht vorstellen wie gerne ich dabei wäre……gerade bei so einem Ausflug,einfach mal raus ausm Camp.
btw,die Berichte sind ja immer super,aber schreib bzw.erstell sie mal weniger „Neiderweckend“ 🙂
Hallo Chrissi,
das hört sich wahnsinnig aufregend an! Es freut mich, dass es dir so gut geht und du nette Menschen kennengelernt hast 🙂
Schreibe dir jetzt noch eine ausführlichere E-Mail, aber über diesen Weg wollte ich mich auch mal bei dir melden 😉
In Neuseeland ruhen wir uns dann erstmal aus 😀 Deine Reise war bisher wohl sehr anstrengend…
Kussi, Lena 🙂
Hallo Chrissi,
das hört sich ja wieder alles sehr gut an! Ja, sogar die Tischwäsche passend zum T-shirt in Lieblingsfarbe… , schöner Strand, tolles Abendessen, Frühstück nach Deinem Geschmack – zusammengefasst ein perfekter Ausflug.
Toll, mach weiter so!
LG Steffen
Hallo Süße!
Das hört sich ja mal wieder alles Super an!
Danke, für Deine tollen Berichte und daß Du uns nicht vergißt!
Ich denk an Dich!
Bussi, Stephi!